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September 2010
Ein paar Gedanken zu Medtronic’s Jahresabschluss:
Investoren gelten als scharf denkende, rationale Individuen, die zuerst ihre Berechnungen durchführen und erst dann handeln. Manchmal beginnt man aber zu zweifeln, ob sie wirklich rational sind.
Nehmen wir den Fall Medtronic. Das Unternehmen ist eine der bedeutendsten MedTech Firmen der Welt mit führenden Produkten bei Defibrillatoren (Herzschrittmachern), Stents, Produkten für die Wirbelsäule, die Behandlung von Diabetes und die Schmerzbekämpfung. Kürzlich hat das Unternehmen Jahresresultate mitgeteilt mit einem Gewinn von $3.22 gegenüber $2.92 im Vorjahr. Daraufhin ist die Aktie um 10% abgestürzt auf noch $32.
Heute bezahlt man 9 Mal den Gewinn, was eine Gewinnrendite von 10.6% ergibt, der Nettocashflow pro Aktie ist sogar 12%. Als Aktienbesitzer gehört mir dieser Gewinn, wenn er auch nur teilweise ausbezahlt wird. Die Aktienrendite auf Grund der Dividende ist 2.8%. Das Wachstum des Gewinnes in den kommenden Jahren wird auf etwa 6-8% geschätzt. Das ist etwas weniger als in der Vergangenheit, aber immer noch beachtlich. Als Anleger vergleiche ich das mit sicheren Renditen. Kurzfristig erhalte ich eine solche von etwa 0.25%, zehnjährige US Treasuries rentieren knapp über 2%. Trotzdem scheuen Investoren vor einer Anlage in Medtronic zurück und halten Bargeld oder kaufen Treasuries, weil sie glauben, sie seien sicherer und sie sich vor Kursverlusten fürchten. Ich glaube kaum, dass jemand überzeugt ist, er verdiene mit einer Aktie wie Medtronic oder Johnson & Johnson über 10 Jahre weniger als mit Treasuries; trotzdem empfehlen Broker, Banken und Analysten diese Aktien nicht, wohl aber das Halten von Bargeld und Staatsanleihen. Diese Denkweise ist nicht nachvollziehbar und lässt sich nur mit einem Denken im Rückwärtsblick erklären. Die Annahme ist: Weil diese Aktien in den vergangenen Jahren im Preis gefallen sind, werden sie auch in Zukunft fallen. Dabei wird übersehen, wie extrem billig diese Papiere heute sind.
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